Tori Amos „Night Of Hunters / VÖ: 16.09.2011

„Seit ich ein kleines Mädchen war, sah ich mich vor allem als Musikerin“, sagt Tori Amos. „Ich war nicht nur eine Erweiterung des Klaviers; ich war das Klavier.“ Mit dem eindringlichen Song-Zyklus „Night of Hunters“ schließt sich für die international gefeierte Singer-Songwriterin ein Kreis:
Das einstige Wunderkind, das am Peabody Konservatorium in Baltimore klassisches Klavier studierte, aber mit 21 nach Los Angeles ausriss, um sich in der großen, weiten Pop-Welt auszutoben (und damit mittlerweile über zwölf Millionen Tonträger verkaufen konnte), gibt damit seinen Einstand beim Traditionslabel Deutsche Grammophon.

Ihr zwölfter Longplayer ist ein hochemotionales Konzeptalbum: Inspiriert von klassischen Kompositionen, etwa von Frederic Chopin, Franz Schubert oder Eric Satie, erzählen die vierzehn neuen Lieder die Geschichte einer verlorenen Liebe – in dieser „Nacht der Jäger“, aufgebracht durchwachten Stunden voll Verzweiflung, Wut und Depressionen, durchlebt Tori Amos einen Leidenskosmos voll Zweifel, Hoffnung und Dramen. Der Morgen danach klärt alles – es herrscht Frieden. Man könnte meinen, es gäbe da eine Parallele zu Franz Schuberts „Winterreise“, einem der großen Meisterwerke der Klassik in Sachen „Songwriting“. „Ich habe die Struktur des klassischen Liedzyklus benutzt, um eine aktuelle, moderne Geschichte zu erzählen“, erklärt Tori Amos. „Die Protagonistin ist eine Frau, die sich in der glimmenden Asche einer Liebesbeziehung wiederfindet. Im Verlauf einer einzigen Nacht macht sie sozusagen eine Initiation durch, die dazu führt, dass sie sich selbst neu erfindet. Der Hörer kann ihr auf ihrer Reise folgen und dabei komplexe musikalische und emotionale Themen erkunden. Eines der Hauptthemen dieses Albums sind Jäger und Gejagter – und wie beide in jedem von uns existieren.”

„Night of Hunters“, das Tori Amos nicht nur komplett komponiert, sondern in ihrem Studio im britischen Cornwall auch selbst produziert hat, ist das erste Studioalbum der bisher zehnfach für den Grammy nominierten Künstlerin, auf dem ausschließlich akustische Instrumente zu hören sind. Die Arrangements der raffinierten Melodien stellen Gesang und Klavier deutlich in den Vordergrund. Dazu kommen ausgewählte klassische Virtuosen, etwa die Flötistin Laura Lucas, der in Berlin lebende Brite Nigel Shore, Solo-Oboist an der „Komischen Oper“, Peter Whelan, Solo-Fagottist beim „Bournemouth Symphony Orchestra“, Luke Whitehead, Solo-Kontrafagottist des „Royal Philharmonic Orchestra“, sowie das junge polnische Streichquartett „Apollon Musagète“ und der 22-jährige Andreas Ottensamer, Solo-Klarinettist bei den Berliner Philharmonikern. Weitere Gastauftritte haben zwei Sängerinnen in auffallender stimmlicher Nähe zu Tori Amos; Kelsey Dobyns und Natashya Hawley, die zwölfjährige Nichte und die bald elfjährige Tochter der Künstlerin.
Der neue instrumentale Kontext und die subtilen Referenzen an einige große klassische Themen legen intime und gleichzeitig universelle Facetten der Texte und Melodien von Tori Amos frei. So poetisch ihre Lieder sind, so tief schneiden sie auch. „I’ve dodged bullets and even poisoned arrows only to be felled by the blade of a vowel“, singt Tori Amos in „Battle of Trees“, also: „Ich bin Kugeln und vergifteten Pfeilen ausgewichen, nur um von der Klinge eines Vokals niedergestreckt zu werden.“ Vor allem bestärken Lieder wie „Nautical Twilight“, die Ballade „Carry“ oder auch das ausgesprochen eingängige „Job’s Coffin“ die Songwriting-Qualitäten der bald 48-jährigen. Mit „Night of Hunters“ meldet sich eine der beeindruckendsten Frauen des Pop im Rampenlicht zurück – mit dem wohl faszinierendsten Album ihrer bisherigen Karriere.

P.S.: Veröffentlichte Amos zu jedem einzelnen Stück ihres letzten Albums ein Video, so interpretiert sie die Songs von „Night of Hunters“ in exklusiven Bildern des Kunst- und Modefotografen Victor de Mello, die ausschließlich im Booklet der CD zu finden sind.

TRACKLISTING

01. Shattering Sea
02. SnowBlind
03. Battle of Trees
04. Fearlessness
05. Cactus Practice
06. Star Whisperer
07. Job’s Coffin
08. Nautical Twilight
09. Your Ghost
10. Edge of the Moon
11. The Chase
12. Night of Hunters
13. Seven Sisters
14. Carry

INSTRUMENTATION:

Bosendorfer & Vocals: Tori Amos
String quartet: Apollon Musagète
Woodwind: Andreas Ottensamer (Clarinet), Nigel Shore (Oboe/English Horn), Laura Lucas (Flute), Peter Whelan (Bassoon) and Luke Whitehead (Contra Bassoon)
Additional Vocals: Natashya Hawley as Anabelle and Kelsey Dobyns as The Fire Muse
Strings and Woodwind arranged by John Philip Shenale

Tourdaten:

LIVE:
10.10. Hamburg
11.10. Berlin
26.10. Frankfurt
31.10. Essen

Weblink

www.toriamos.de
www.facebook.com/toriamos

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