THE ALL-AMERICAN REJECTS – “The Beekeeper’s Daughter” | Single-VÖ: 16.03.2012

Wir schrieben das Jahr 2009, es war schon wieder Dezember geworden, und The All-American Rejects waren in absoluter Feierstimmung: Die Band – als Teenager von Sänger und Bassist Tyson Ritter und seinem Gitarristen-Buddy Nick Wheeler in Stillwater, Oklahoma gegründet, im Jahr 2002 dann komplettiert durch Mike Kennerty (Gitarre) und Chris Gaylor (Schlagzeug) – hatte soeben die Tour zu ihrem dritten Album When The World Comes Down (2008) beendet, und die vier jungen Musiker konnten auf unzählige Highlights und neue Erfahrungen zurückblicken. Sie hatten rund um den Globus ihre Fans zum Ausrasten gebracht, nicht zuletzt mit ihrem Mega-Hit „Gives You Hell“, der in den Staaten gleich vier Wochen an der Spitze der Airplay-Charts vertreten war, am Ende des Jahres als meistgespielter Song in den Format-Charts auftauchte und sich allein in den USA vier Millionen Mal verkaufte, während die Rejects damit in Deutschland ebenfalls in den Top-15 landeten. Nachdem sie nun also diese erfolgreiche Tour hinter sich gebracht und damit zehn Jahre im Musikbusiness gebührend zelebriert hatten, hätte Frontmann Tyson Ritter sich eigentlich ruhig mal auf die eigene Schulter klopfen können: Immerhin war es ein Jahrzehnt gewesen, in dem sie abgesehen von diversen erfolgreichen Singles auch ihr gleichnamiges Platin-Debüt (2003) und das Doppelt-Platin-Album Move Along (2005) veröffentlicht hatten. Der Sänger jedoch fühlte sich einfach nur mies und wusste nicht weiter.

In den neun Monaten, die darauf folgten, strauchelte Ritter und landete kopfüber in einem Sumpf aus durchzechten Nächten: „Ehrlich gesagt habe ich mich in einer Flasche Jameson’s verkrochen und bin dort nicht mehr herausgekommen“, berichtet er ganz offen. „Das war schon so schlimm, dass ich manchmal einfach auf dem Fußboden lag und Selbstgespräche führte, und mir war zwar klar, dass es schon wieder Morgen geworden war, nur war mir das komplett egal, und ich hatte keinen blassen Schimmer, wie ich überhaupt dort unten gelandet war. Die gesamte Zeit in L.A. war ein einziges, permanentes Ablenkungsmanöver, weil ich mir nicht eingestehen wollte, dass ich mein Leben auch außerhalb der Band auf die Reihe kriegen musste. Ich musste endlich erwachsen werden, und wie sich später herausstellte, hatte ich viel zu diesem Thema zu sagen – das wurde mir klar, nachdem mich Nick aus diesem Sumpf herausgezogen hatte. Er sagte irgendwann einfach: ‘Ty, lass uns endlich klarkommen, in die Berge fahren und schauen, was uns auf der Seele brennt.’“

Das Ergebnis dieser Bergtour ist das wichtigste Album, das die Rejects je aufgenommen haben: Kids In The Street – ein ungestümes Werk, mit Texten, die ganz offen die letzten zwei Jahre beleuchten, wenn Ritter Themen wie Reue, Nostalgie und nicht zuletzt die eigenen Ausschweifungen abarbeitet und sie über der Art von Klangteppich präsentiert, die man inzwischen von dieser Band erwartet: Songs mit Ohrwurm-Qualitäten und glasklare Harmonien, gepaart mit einer ordentlichen Portion Druck. „Ich gehe auf dem Album all die Themen an, bei denen mir früher der Mut gefehlt hat, sie zu adressieren“, meint er. „Und selbst wenn ich dabei nicht immer sympathisch rüberkomme, war es mir einfach zu wichtig, das alles ganz offen und ehrlich anzusprechen und zu zeigen, was ich durchgemacht habe.“

Ein tolles EPK der Band gibt es hier zu bewundern!

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