REA GARVEY veröffentlicht sein neues Album „PRIDE“

Sie wissen also alles über Rea Garvey, richtig? Falsch. Nicht zuletzt, weil er mit seiner neuen Platte höchstwahrscheinlich mehr von sich preisgibt als jemals zuvor. „Das Album heißt `Pride`, also ‚Stolz‘, weil es das ist, was ich fühle, wenn ich es anhöre. Ich bin stolz auf meine Wurzeln und darauf, dass sie nach so vielen Jahren den Weg in meine Musik gefunden haben.“ Und damit hätte er eigentlich schon alles auf den Punkt gebracht. Garvey gibt jedoch zu, dass dieser Stolz hart erkämpft war, denn die Geburt des Albums – sein stilistisch vielfältigstes und ambitioniertestes – war langwierig, und hin und wieder auch schwer. Warum? Spulen wir an den Anfang zurück …

Garvey ist ein großer Bewunderer irischer Schriftsteller wie Kavanagh und Heaney, und die schlichte, aber gefühlvolle Art und Weise, in der sie das alltägliche Leben und die Liebe beschreiben, drängten sich immer wieder in seine Gedanken. „Ich hatte das Gefühl, all diese Worte und Erfahrungen, die ich in meinem Leben gesammelt hatte, hätten jahrelang im Wohnzimmer meiner Erinnerung gesessen und nur auf eine Chance gewartet, endlich rauszukommen und sich die Beine vertreten zu dürfen! Ich hatte gar keine andere Wahl, als dieses Album genau so zu schreiben, wie es jetzt ist.“, lacht er. Plötzlich war der Weg, der vor ihm lag, völlig klar.

Das Ganze könnte natürlich wie eine klischeehafte „Zurück zu den Wurzeln“-Geschichte klingen, aber Garveys neue Verbindung zu seiner Vergangenheit spiegelt sich nicht in einer Art großflächigen Imports traditioneller irischer Folklore wider. Ganz im Gegenteil: Die Anspielungen auf seine „alte Heimat“ sind oft sehr subtil und sorgfältig gewählt, stechen an den entsprechenden Stellen aber dennoch deutlich hervor. Ein typisches Beispiel ist die erste Single „Can’t Say No“, auf der ein musikalisches Novum für Garvey zu hören ist: ein lebendiges Banjo(!)-Riff untermalt die Strophen, bevor das Arrangement des Songs eine zweite Überraschung offenbart und in ein raues, wildes Akustikgitarrenriff im Pogues-Stil übergeht, das den Refrain trägt. „The Pogues waren in meiner Jugend eine unglaubliche Inspiration – schnoddrig, laut und voller positiver Aggression, falls es so was überhaupt gibt“, so Garvey beiläufig. Akustikgitarre und Banjo spielen auf dem gesamten Album eine wichtige Rolle, aber es ist Garveys Talent als Songwriter und Andy Chatterleys Produzentengeschick zu verdanken, dass sie sich nahtlos mit den rhythmischeren elektronischen Elementen des letzten Albums verbinden.

Seine Hoffnungen für das Album? Er möchte andere Menschen erreichen, etwas mit ihnen teilen. „Ich würde mir wünschen, dass die Menschen eine gewisse Befreiung spüren, dass die Musik ein Begleiter auf ihrer Reise ist, und dass sie das Gefühl haben, sich selbst wieder aufbauen zu können. Ich möchte, dass sie Hoffnung spüren, Energie, und dass sie letztendlich stolz auf sich sind. Eben das, was andere Sänger und Bands mit ihren Alben für mich getan haben.“

Mit „Pride“ ist Garvey ein packendes, sehr persönliches Album gelungen, mit dem er nicht nur neue Wege beschreitet, sondern auf seinen beträchtlichen Stärken aufbaut. Er ist stolz darauf, wo er heute ist, und er hat sich mit dem Ort versöhnt, an dem er aufgewachsen ist. Garvey hat seinen ganz persönlichen Ehrenplatz gefunden.

Video: REA GARVEY „Can´t Say No“

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