PAROV STELAR veröffentlicht Album THE ART OF SAMPLING (VÖ: 4.10.) und geht auf Tour

Es sind die Schlüsselmomente in der Musikgeschichte, die sich in das kollektive Gedächtnis einprägen und als Momentaufnahme zum Aushängeschild einer Szene, eines Genres oder einer Generation werden. Irgendwann wurde alles zum ersten Mal gedacht, eine Melodie zum ersten Mal gespielt oder ein Rhythmus zum ersten Mal variiert. Klitzekleine Veränderungen können oft Großes bewirken. Es ist das Aufspüren dieser Momente, der Versuch, eine Stimmung durch den kurzen Moment einer abgespielten Aufnahme wiederzugeben oder aber die Neuentdeckung eines solchen Moments, indem man ihn in einen anderen Kontext setzt, die Sampling zu einer der zentralen Kulturtechniken unserer Zeit machen.

Wir waren vielleicht nicht dabei, als in einem verrauchten Jazz-Club irgendwo in Stadtteilen, die nicht so jedermanns Sache sind, zum ersten Mal Musiker aufeinandertrafen, die mit ihrem Sound die Welt verändert haben. Und die wenigsten von uns waren dabei, als herausgeputzte junge Musiker zum ersten Mal Gänsehaut beim Publikum ausgelöst haben, bevor sie die Charts eroberten. Oder als bei Straßenfesten Plattenspieler zu Musikinstrumenten wurden, die mit ihrem Rhythmus einer zornigen Generation ein Sprachrohr und damit Hoffnung gaben. Und doch haben diese Momente eine enorme Auswirkung auf unser modernes Musikverständnis. Sampling ist heutzutage nicht einfach nur die Suche nach Sounds sondern vor allem nach diesen Momenten. So wie man ein Passwort benötigte, um Zutritt zu einer geheimen Speakeasy–Bar zu bekommen, so muss man auch die Codes eines Genres kennen, um Zitate und Samples richtig anzubringen.

Parov Stelar kennt diese Codes. Sein riesiges Sampling-Archiv ist in jahrelanger intensiver Aufarbeitung verschiedenster Genres und Einflüsse entstanden. Seine Musik fügt diese Elemente gefühlvoll zu neuen Kompositionen zusammen, die er nicht nur mit Ideen sondern auch zahlreichen eigenen Aufnahmen ergänzt. So entwickelte sich über die Jahre ein sehr eigenständiger Trademark-Sound, der von Geschichtsverständnis ebenso geprägt ist wie von einem großen Schaffensdrang und einer Produktionsweise am Puls der Zeit. Mittlerweile kann Parov Stelar auf eine umfangreiche eigene Discographie verweisen, die auch selbst zum Teil schon wieder Grundlage für Bearbeitungen geworden ist. Und auch wenn Parov Stelar sich gerne zurückgezogen seinen Soundbasteleien widmet und sich gedanklich in den Nischen besagter Nightclubs herumtreibt, um den Legenden auf die Finger zu schauen, so ist er in den letzten Jahren nicht nur zu einem Aushängeschild eines neuen Sounds geworden, sondern – zusammen mit seiner Band – auch zu einem der großen Live-Phänomene unserer Zeit.

PAROV STELAR BAND on Tour:

5.12. Leipzig, Haus Auensee
6.12. Würzburg, Posthalle
7.12. Bremen, Pier 2
9.12. Kempten, bigBox
10.12. Köln, Palladium
11.12. Berlin, Arena
12.12. Lingen, Emsland Arena
13.12. Stuttgart, Schleyer Halle

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