Neues aus Island: Apparat Organ Quartet – Pólýfónía

Apparat Organ Quartet aus Reykjavik sind – ungeachtet ihres Namens – eine fünfköpfige Band: vier Keyboarder und ein Schlagzeuger. Sie beschreiben ihre Musik meist als ”Machine Rock and Roll” und ihr Sound variiert durchaus zwischen tanzbaren Tanzflächenfüllern und Headbang-Hymnen. Dies alles servieren sie mit einer Mischung aus Kraftwerk inspirierten Elektroeinflüssen, verschmolzen mit Daft Punk-artigen Roboterstimmen und Hardrock-Trommelschlägen, dazu wunderschön melancholischen Melodien, die über dem Ganzen schweben.

Jede Note wird bei Apparat Organ Quartet von Hand gespielt – kein Sequenzer oder Computer kommt hier ins Spiel. Bei Konzerten oder im Studio spielen Apparat Organ Quartet auf Keyboards aus ihrer umfangreichen Sammlung museumsreifer, analoger Apparate, darunter russische Synthesizer und speziell angefertigte Heimorgeln, ARPs, Farfisas, nicht richtig funktionierende Hammond-Orgeln, Vocoder und verschiedene Circuit-Bent-Casios und Portasounds. (Die Band hat tatsächlich ein Langzeitarrangement mit der Müllabfuhr in Reykjavik, die sie immer dann informiert, wenn eine Orgel oder ein Keyboard im Sondermüll dabei ist.)

“Ein pulsierendes elektronisches Orgelregister… …mit Spuren von Kraftwerk, Wagner, Sigur Rós und furchterregenden Prog-Rock-Bands aus dem tiefen Mittelalter“ Ian Watson, NME

Apparat Organ Quartet veröffentlichten ihr erstes Album 2002. Obwohl es nur eine limitierte Auflage gab, wurde es von den Kritikern begeistert aufgenommen und genießt seither eine Art Kultstatus bei einer immer größer werdenden Anhängerschaft. Die Band brauchte ganze 8 Jahre, um den Nachfolger ”Pólýfónía” einzuspielen, aber das Warten scheint sich gelohnt zu haben, da die Veröffentlichung mit überschwänglichen Rezensionen von der isländischen Presse aufgenommen wurde. Das Album rangierte Ende des Jahres 2010 auf vielen Best-Of-Listen und wurde von der größten isländischen Zeitung Fréttabladid zum ”Album des Jahres” gewählt. Die aufwendige Verpackung des Albums wurde hoch gelobt und dessen Designer Siggi Eggertson erhielt den Isländischen Music Award für das ”Beste Design”.

“Das muss man einfach mögen… …Isländer, die mit ausdruckslosem Gesicht wie eine Uhrwerk-Replik der Glitter Band spielen und den vocodierten Slogan „Stereo Rock & Roll“ psalmodieren wie einen Katechismus. The Guardian Ursprünglich aus der Idee geboren ein von Steve Reich und Philip Glass frühen Werken inspiriertes Elektro-Orgel-Ensemble zusammen zu stellen, dass diese Stücke dann live spielen sollte, kam es dann aber nie dazu, und Apparat Organ Quartet fingen stattdessen an ihre eigenen Stücke zu schreiben. Kein Wunder bei so viel geballter Kreativität: Musikvatur war u.a. Bandmitglied bei Bag of Joys und hat bereits mit Múm zusammengearbeitet. Hordur Bragason ist ein ehemaliger Kompagnon des österreichischen Künstlers Hermann Nitsch und war 10 Jahre lang Orgelspieler in Reykjaviks größter Kirchengemeinde. Johann Johannsson war einst bei HAM und ist ein bekannter Komponist. Sein jüngstes Album ist The Miners’ Hymns (FatCat). Ulfur Eldjarn war bei Trabant und Kanada. Arnar Geir Omarsson ist einer von Islands begehrtesten Schlagzeugern, u.a. bei Bands wie HAM, Funkstrasse und Rass.

”Apparat Organ Quartet haben sich zu einer phänomenalen Kraft entwickelt, die herzergreifende, ahnungsvolle, mechanische Musik spielen – zu gleichen Teilen Prog-Rock und Horrorfilm-Soundtrack, die an ältere Acts wie Kraftwerk und Goblin erinnert…so innovativ und akribisch wie Sigur Ros, die aber überhaupt nicht danach klingen.” Neil Strauss, The New York Times.

Weblink

www.myspace.com/apparatorganquartet

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