Jessie J präsentiert ihren UK-Hit – „Do It Like A Dude“ – Single-VÖ: 18.03.11

Diese Frau muss man schon jetzt „Senkrechtstarterin des Jahres“ nennen: Jessie J, 22 Jahre jung, geboren in Essex und bestimmt 15 Zentimeter kleiner als ihre massiven Heels es vermuten lassen, mischt mit ihren aktuellen Singlehits „Do It Like A Dude“ (UK #2) und „Price Tag“ feat. B.o.B. (UK #1) nicht nur die britischen Charts und die internationalen Tanzflächen auf, denn obendrein hat sie im Februar 2011 gleich zwei renommierte Preise eingesammelt, die eine eindeutige Sprache sprechen: Die stimmgewaltige Beauty mit der ansteckenden Lache ist Gewinnerin des Critic’s Choice Award der BRIT Awards 2011; darüber hinaus landete sie zum Jahreswechsel auf Platz #1 des renommierten „BBC Sound of 2011“-Rankings! Kein Wunder, dass kaum ein Album momentan mit ähnlich viel Spannung erwartet wird wie ihr kommendes Debüt „Who You Are“, das am 20. Mai erscheint.

In ihrer Heimat ist Jessica Cornish, so Jessie J bürgerlich, seit Monaten in aller Munde und schon längst für vier Dinge bekannt: ihre außerordentliche Stimmgewalt, das ausgefeilte und scheuklappenfreie Songwriting aus ihrer Feder, ihren grandiosen Look und nicht zuletzt für ihren ausgeprägten Sinn für Humor (ein Beispiel: Nachdem Justin Timberlake sie mal eben zur „besten Sängerin der aktuellen Musiklandschaft“ erklärt hatte, bedankte sie sich mit den Worten: „Na toll, danke auch für noch mehr Erwartungsdruck als auf pressure.com“). Was sie sonst noch auszeichnet: Sie macht so gut wie alles im Alleingang, ist gewissermaßen Sängerin, Performerin, Songwriterin aber zugleich auch Make-up-Frau in Personalunion. Ihre Heels sucht sie natürlich auch selbst aus.

Allein deshalb ist Jessie weitaus mehr als bloß „das urbritische Pendant zu Rihanna“. Immerhin hat sie ein Viertel ihres Lebens in die kommende Debüt-LP investiert: Das sind SECHS Jahre Arbeit, die sie erst vor wenigen Wochen via Twitter für beendet erklärte. Sechs Jahre, in denen ihr Song „Big White Room“ hunderttausendfach auf YouTube angeklickt wurde, obwohl er nie im Radio gelaufen war. Sechs Jahre, in denen es zwischendurch immer wieder Ablenkungen und kreative Umwege gab: Songs für andere Popgrößen musste sie seit Mitte des letzten Jahrzehnts etliche schreiben – so zum Beispiel den internationalen Smash-Hit „Party In The U.S.A.“ von Miley Cyrus (#1 der US-amerikanischen iTunes-Charts). Auch Chris Brown, der bereits erwähnte Justin, Christina Aguilera oder Alicia Keys wollten mit neuem Material versorgt werden. Und dann die Tourneeanfragen: Neben Chris Brown teilte sie sich während dieser Jahre bereits mit hochkarätigen Acts wie Macy Gray, den Sugababes, Girls Aloud, Cyndi Lauper oder Taio Cruz die Bühne. Gewiss kann es da mal etwas länger dauern, die eigene Solokarriere auch richtig anzukurbeln und das Debüt unter Dach und Fach zu bringen.

Doch man hört sofort, das hier nichts mit der heißen Nadel gestrickt wurde: Die klangliche Palette von „Who You Are“ ist schlichtweg zu reichhaltig, zu eingängig und umwerfend für eine musikalische Eintagsfliege, wie sie ja ansonsten häufiger mal in den UK-Charts gesichtet werden. Während das vor Selbstbewusstsein strotzende „Do It Like A Dude“, ursprünglich eher als Witz und Frauenhymne zugleich konzipiert, bald 10 Millionen Hits auf YouTube verzeichnet und auf Platz #2 der UK-Charts ging, stieg die Feelgood-Hymne „Price Tag“ feat. B.o.B. in UK, Schottland und Irland gleichermaßen auf Platz #1 in die Charts ein, was wiederum dazu führte, dass die Albumveröffentlichung dort schon um einen Monat vorgezogen werden musste. Wie unschwer zu erkennen, ist Jessies Fangemeinde (ihre „Army“, wie sie sagt), zu der auch Ellie Goulding und Kylie Minogue zählen, inzwischen so groß, dass ihre leicht ironisch vorgetragene Karrierevision plötzlich gar nicht mehr so sehr an den Haaren herbeigezogen klingt: „Ein so unglaubliches Genie wie Beyoncé wäre ich gerne – aber meine Karriere soll so langlebig sein wie die von Prince!“

Doch ehrlich gesagt steht die 22-Jährige mit dem perfekt sitzenden Bob trotz der hohen Heels noch immer fest auf dem Boden der Tatsachen: Sie ist und bleibt ein Essex-Girl, das die eigenen Haare ohne fremde Hilfe in Form bringt. Eine Musikerin, die ihre Schnauze aufmachen, ihre Meinung sagen und kein aalglattes Püppchen sein will. Dann schon lieber polarisieren: „Die Musik soll wie Marmite funktionieren – entweder man liebt mich oder man kann mich auf den Tod nicht ausstehen.“ Als erste Geschmacksprobe ihres klanglichen Aromakonzentrats erscheint „Do It Like A Dude“ am 18. März auch in Deutschland. Der nicht weniger würzige Longplayer „Who You Are“ kommt am 20. Mai in den Handel.

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