Foreigner – „Can’t Slow Down” / VÖ: 26.02.2010

Es ist das Rock-Comeback 2010: die Veröffentlichung von „Can’t Slow Down“ (earMUSIC, Vertrieb: edel), dem ersten Foreigner-Studio-Album seit 1995 mit ausschließlich neuen Songs! Dreizehn Kompositionen umfasst die CD, die es neben der Standard-Ausführung in drei Varianten gibt:

Erstens als ‚Special Edition’ samt eines 2005 gemachten Konzertmitschnittes ihrer Greatest Hits sowie zweier exklusiver Live-Tracks plus DVD mit 80 Minuten Live-, Backstage-, Interviewmaterial und allen verfügbaren Videoclips; zweitens in einer auf 1.000 Stück limitierten farbigen Vinyl-Version und drittens in Form des Mini-Albums „Can’t Slow Down“, welches außer dem Titelstück und „Lonely“, Live-Aufnahmen von „Urgent“, „Juke Box Hero“ und „Say You Will“ sowie die Videos „Can’t Slow Down“ und „Too Late“ plus ein Interview umfasst. Auf dem zentralen „Can’t Slow Down“-Album (inklusive Live-Version von „I Want To Know What Love Is“ als Bonustrack) wird über 50 Minuten lang das geboten, wofür der Name Foreigner seit internationalen Bestsellern wie „Cold As Ice“, „Hot Blooded“, „Urgent“, „Juke Box Hero“, „Waiting For A Girl Like You“, „That Was Yesterday“ oder „Say You Will“ steht: perfekt gemachter, kompakter Mainstreamrock ohne Schnickschnack – von etwas härter bis soft, vor allem jedoch sehr eingängig.

„Das Titelstück zu Beginn spiegelt die Energie wieder, welche in der aktuellen Besetzung steckt“, betont Bandgründer Mick Jones. „Es klingt wie Foreigner in den Anfangstagen.“ Der Mainstream-Softrocker „When It Comes To Love“, die erste Single-Auskoppelung, ist ein Paradebeispiel für Mick Jones Kompositionsansatz: „Mir war bei meinen Liedern schon immer eine starke Melodie das Wichtigste.“ Da auch dieser Track aus seiner Feder optimale Voraussetzungen aufweist, um die Charts zu stürmen, stellt sich die Frage, ob Mick Jones angesichts von über 70 Millionen verkaufter Tonträger eine Art unfehlbarer Erfolgsformel gefunden hat. „Nein. Es erfordert jedes Mal aufs Neue viel Arbeit, enorme Hingabe und große Vorstellungskraft, denn es ist wie bei einem Puzzle: Am Anfang gibt es nur eine oder mehrere Ideen; dann heißt es, die Einzelteile so zusammenzusetzen, dass sie optimal zueinander passen.“ Bei einem Stück auf dem Album, das Mick Jones zusammen mit Marti Frederiksen (Aerosmith) produziert hat, führte dessen Kollege Mark Ronson (Amy Winehouse) Regie. „Für ‚Fool For You Anyway’ überließ ich meinem Stiefsohn die völlige kreative Kontrolle und tat, worum er mich bat. Herauskommen ist etwas im Retro-R’n’B-Sound, das uns viel Spaß bereitet hat.“ An das achte Studio-Opus von Foreigner seit ihrer Gründung 1976 hat Mick Jones hohe Erwartungen: „Ich möchte, dass wir damit das Prestige und den Respekt für Foreigner wiederherstellen!“

Fünfzehn Jahre hat es gedauert, bis die anglo-amerikanische Gruppe neues Material vorlegte. „Nach der Veröffentlichung der ‚Mr. Moonlight’-CD 1995 verschlechterte sich das Verhältnis zwischen unserem früheren Sänger und mir zusehends“, erklärt Jones. „Wir entwickelten uns in unterschiedliche Richtungen. Als Lou Gramm nach einer Gehirntumor-Operation zu schnell wieder auftreten wollte, riet ich ihm davon ab. Er ließ sich keines Besseren belehren, wir tourten, doch seine gesundheitlichen Probleme nahmen zu und wir entfernten uns weiter voneinander. 2002 stieg Lou dann aus und ich nahm mir eine längere Auszeit, um schlussendlich festzustellen, dass mir etwas Wesentliches in meinem Leben fehlte – Foreigner!“ Mit frischen Musikern, „die handwerklich sehr gut und voller Enthusiasmus bei der Sache sind“, injizierte der Gitarrist/Keyboarder seinem ‚Ausländer’-Lager frisches Blut. Durch diverse erfolgreiche Tourneen kristallisierte sich die aktuelle Besetzung um ihn heraus: Kelly Hansen (Lead-Gesang), Jeff Pilson (Bass, Gesang), Michael Bluestein (Keyboards), Tom Gimpel (Rhythmusgitarre, Saxophon, Gesang) und Brian Tichy (Schlagzeug). „Nachdem wir uns live eingespielt und bewährt hatten, packten wir auf die 2008 veröffentlichte Greatest-Hits-Collection ‚No End In Sight’ einen neuen Song. Das war zugleich der Startschuss für das vorliegende Album.“ Der in den USA lebende gebürtige Brite ist stolz darauf, „dass der Foreigner-Sound nach wie vor auf Anhieb zu erkennen ist, jetzt aber auch wieder richtig Power und Frische besitzt.“ Das kommt nicht von ungefähr. Jones hat ein offenes Ohr für die Szene und begeistert sich momentan für Them Crooked Vultures, The Raconteurs, MGMT oder The Killers. Dennoch stellt er nüchtern fest, „dass vieles in der aktuellen Unterhaltungsmusik nur ein kurzes Haltbarkeitsdatum hat und man sich das Meiste davon in fünf Jahren nicht mehr anhören wird.“ Der Mann hat gut reden, „denn Foreigner haben Punk, Disco, New Wave, Glamrock sowie Grunge überlebt und sind immer noch voll auf Kurs.“ Deshalb steht er auch über den Dingen, wenn Kritiker ihm vorwerfen, die aktuellen Foreigner seien nichts anderes als ihre eigene Coverband. Mick Jones schmunzelt und kontert trocken mit einem selbstsicheren „Wer hat all diese zeitlosen Songs geschrieben?“. Und sie live zu präsentieren ist für ihn, der ungeachtet seines Alters (Jones ist am 27.12.1944 geboren) „allabendlich auf der Bühne einen Traum lebt“, das Allerwichtigste: „Wir sind viel auf Tour und das voller Saft und Kraft. Davon sollte sich jeder persönlich überzeugen. Überhaupt sind wir wieder in der Spur und deshalb ist von uns noch viel zu erwarten!“

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