Moke „Live 2010“

Eigentlich könnte man die Kölner Live Music Hall als eher rustikal bezeichnen. Zumindest vermittelt sie den Eindruck. Auch die Toiletten scheinen aus einer anderen Zeit zu stammen. Am 18.05.2010 machte ich mich auf den Weg nach Köln. Paul Weller hatte einen Konzerttermin in der Live Music Hall. Doch er war nicht der Grund warum ich die kleine Halle besuchen wollte.

Die niederländische Band „Moke“ sollte im Vorprogramm spielen. Wie ich bereits berichtet habe, konnte ich in dem vorherigen Interview mit Phil Tilli und Eddy Steeneken erfahren, dass Paul Weller der Grund gewesen ist, warum Phil angefangen hatte Musik zu machen.

Schon um halb sieben sammelte sich eine Menschenschlange vor der Eingangstür der Live Musik Hall. Da die meisten der Konzertbesucher im mittleren Alter waren, ging es auch sehr gesittet zu. Ich habe in größeren Hallen oder Arenen bei Weitem schlimmeres beobachten können. Auch der Einlass lief problemlos und die Fans mussten nicht lange warten. Es ging zügig voran.

Ich betrat den Hof zur Halle, gönnte mir erst einmal etwas zu trinken und begab mich ins Innere der Halle. Ich steuerte geradewegs zur Absperrung, wo schon einige Leute standen. Dennoch schaffte ich es irgendwie in der ersten Reihe zu stehen. So voll war es ja noch nicht.

Wie das auf manchen Konzerten der Fall ist, wird man von Menschen angesprochen. Von einem Schotten erfuhr ich, dass er sich bezüglich der Europa-Tournee Urlaub genommen hatte und er an sämtlichen Tourstationen sich das jeweilige Konzert anschauen würde.

Um ungefähr 20.00 Uhr begann das Konzert. Ich war gespannt wie ein Flitzebogen, als die Jungs von Moke die Bühne betraten. Zum Einklang spielten sie den Song „The Long and The Dangerous Sea“ der mich zugleich in den Bann zog. Von den anfänglichen Stimmproblemen unter die Felix Maginn gelitten hatte, war nichts mehr zu hören. Es klappte wunderbar und seine Stimme ist wirklich einzigartig.

Ich war dann doch ein wenig enttäuscht, dass das Publikum doch etwas lahm war. Aber als so genannte Vorgruppe scheint man es wohl nicht allzu einfach zu haben. Ehrlich gesagt habe ich jedoch schon Konzerte besucht, bei denen die Vorgruppe besser war als der Hauptact. Auch dass Phil ein paar Probleme mit seiner Gitarre hatte und sie wechseln musste, konnte die Qualität des Konzerts nicht mindern. Selbstverständlich spielten die Fünf die Lieder „Love my Life“ und „Black and Blue“. Auch die Balladen durften nicht fehlen.

Besonders klasse fand ich die Gesichtsakrobatik des Schlagzeugers. Ich glaube, da geht es jedem Schlagzeuger ähnlich. Eddy hingegen war vollkommen konzentriert und lieferte eine tolle Performance ab. Er hat eine tolle Stimme. Es ist ganz offensichtlich, dass die Musik von Depeche Mode ihn beeinflusst hat. Zumindest konnte ich dies an einigen Musik-Passagen wahrnehmen. Marcin war ebenfalls begeisternd.

Die Titel „This Plan“ und „Last Chance“ rockten am Meisten. Leider war nach einer halben Stunde alles vorbei und das Publikum verabschiedete die Band freundlich. Zumindest waren die Zuschauer begeistert. Einige verlangten sogar eine Zugabe. Allerdings wäre dann der Zeitplan von Paul Weller ein wenig aus dem Gleichgewicht geraten, so dass man darauf verzichtete.

Spätestens mit dem nächsten Album sollten Moke sich allein auf Tournee in Deutschland begeben. Die Zeit ist reif. Ich werde auf jeden Fall noch einmal wieder kommen. Daumen hoch!

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