Interview mit „Ralf Hildenbeutel“

Erst gestern haben wir die News veröffentlicht, dass der deutsche Musiker und Produzent Ralf Hildenbeutel sein neues Album „Wunderland“ in wenigen Tagen veröffentlichen wird. Um es vorweg zu sagen; ich habe das Album schon seit letzter Woche hier liegen. Es läuft quasi rauf und runter, da es mich beim Verfassen von Texten sehr inspiriert. „Wunderland“ hat somit meine bisherige Inspirations-CD von Melody Gardot abgelöst. Das neue Werk von Ralf Hildenbeutel muss man erst einmal auf sich wirken lassen. Aus diesem Grund folgt die Rezension ein wenig später. Damit ihr nicht zu lange warten müsst, dürft ihr euch am folgenden Interview erfreuen.


Tanja: Du hast anfangs hauptsächlich elektronische Musik gemacht, wenn man jetzt Dein neues Album „Wunderland“ hört und das Album „Lucy’s Dream“ nicht kennt, könnte man ein wenig verwundert sein. Wie bist Du dazu gekommen klassische Musik zu machen?

Ralf: Ja, für diejenigen, die hauptsächlich meine Veröffentlichungen aus den 90ern aus dem elektronischen Bereich kennen, mag es etwas überraschend sein, da ich jedoch eine klassische Ausbildung habe, war mir diese Musikrichtung nie fremd und der Wunsch wuchs stetig auch in dieser Richtung zu veröffentlichen.

Tanja: Zuhörer Deines neuen Albums lassen einen Film in ihrem Kopf ablaufen. Erging es Dir beim Songwriting ähnlich?

Ralf: Ich mochte immer schon gerne, wenn Instrumentalmusik „Kopfkino“ auslösen kann, deshalb haben die Sachen auch diesen cineastischen Charakter, beim Schreiben ist das dann wiederum unterschiedlich, viel kommt da erst mal aus intuitiver Stimmung heraus oder fängt mit Improvisationen an.

Tanja: Woher nimmst Du die Inspiration für neue Songs?

Ralf: Es sind oft persönliche Grundstimmungen, die mich da beeinflussen. Ausserdem entsteht viel durch freies Spielen am Klavier. Aber auch viel Musik anderer Künstler ist immer wieder sehr inspirierend für mich.

Tanja: Welcher Künstler hat dich bislang am stärksten beeinflusst?

Ralf: Das ist schwer auf einen Einzelnen festzulegen. Aus der Klassik reicht das von Mozart bis Chopin , Grieg, Satie. Während der „Elektro-Zeit“ in den 90ern war ich stark von vielen englischen Acts (Underworld, Orbital etc..) beeinflusst, heute, im instrumentalen Bereich, sind es viele Filmkomponisten wie Michael Nyman , Gabriel Yared etc. Es gibt glücklicherweise sehr viele gute Künstler.

Tanja: Wie würdest Du Deine Musik mit Deinen eigenen Worten beschreiben?

Ralf: Elektro-akustische neo-klassisch und -romantisch cineastische Musik (nun ja, etwas lang, der Begriff…)

Tanja: Welches Ziel verfolgst Du mit Deiner Musik?

Ralf: Ich weiss nicht, ob es ein „Ziel“ gibt für mich. Es ist eher der Weg das Ziel. Eigentlich macht man –oder mache ich- Musik des Musizierens wegen. Das ist einer dieser schwer erklärbaren Zustände, die Dir vieles im Leben erleichtern, es ist schon was Besonderes für mich. Dass es dann Leuten gefällt ist natürlich auch ein Ziel, aber das ist dann schon sekundär.

Tanja: Wie bist Du auf die Idee gekommen, das CD Cover in dieser Art gestalten zu lassen?

Ralf: Ich mag die Idee, für meine persönlichen Alben Künstler für das Artwork einzubinden. Sonja Sofia Yakovleva, welche das aktuelle Artwork machte, kenne ich aus Frankfurt, sie ist eine junge sehr talentierte Künstlerin und ich dachte der Stil ihrer Arbeiten würde bestimmt gut  zu „Wunderland“ passen. Ich war froh, dass sie zusagte und wurde bestätigt.

Tanja: Du bist bereits lange Zeit im Musikgeschäft. Denkst Du vielleicht schon ans aufhören oder fängt für Dich der Spaß erst richtig an?

Ralf: Nein, ich werde nie aufhören, wenn mich nichts dazu zwingt. Musikmachen ist Nichts wo man irgendwann dann in Rente geht. Gerade im Moment gibt es viele sehr interessante Projekte, wie Filmmusiken oder das Soloalbum, die richtig Spass machen.

Tanja: Mit welchem Künstler würdest Du gern einmal zusammen arbeiten?

Ralf: Es gibt einige Künstler aus dem Indiebereich, die ich sehr interessant finde, wie z.B: Arcade Fire  oder, von den Grossen, David Bowie, das wäre auch cool…

Tanja: Gibt es etwas, was Du unseren Lesern zum Schluss gern mitteilen würdest?

Ralf: Ich freue mich, wenn es bei all denjenigen, die „Wunderland“ anhören mit dem Kopfkino klappt. Musik wird heute zwar einerseits immer mehr konsumiert, aber immer häufiger auch nur zweitranging, nebenbei. Manchmal sich einfach nur auf Musik einzulassen und in ein Album „einzutauchen“  kann unheimlich beflügelnd wirken…

Tanja: Bei mir hat es funktioniert. Vielen lieben Dank für das Interview!


Vielen Dank auch an Dieter Schienhammer von BALLYHOO MEDIA, der das Interview erst möglich gemacht hat.


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