Interview mit „Chris Everett“

Es ist schon verblüffend, was das Internet alles so hervorbringt. Auf den vielen Facebook oder MySpace Seiten findet man hin und wieder einige musikalische Besonderheiten. Eine musikalische Besonderheit ist Chris Everett mit dem ich ein Interview führen durfte.

Tanja: Hallo Chris. Wie lange machst Du schon Musik?

Chris: Ich komme aus einer klassischen Musikerfamilie und hatte eigentlich schon so lange ich denken kann Kontakt zur Musik. Von der Blockflöte, bin ich auf´s Klavier umgestiegen, um dann letztlich bei der Gitarre zu landen. Nach einer etwas wilderen Jugendphase, wo es natürlich die E-Gitarre sein musste, habe ich dann recht schnell wieder meine Vorliebe für die Akustikgitarre entdeckt.

Tanja: Wie bist Du darauf gekommen Musik zu machen?

Chris: Wie gesagt ist mir ein gewisses musikalisches Talent bereits in die Wiege gelegt worden. Mit dem Songwriting habe ich allerdings erst angefangen, nachdem ich ein paar Jahre Gitarre gespielt hatte. Das dürfte so mit ca. 20 Jahren gewesen sein. Das Problem zu Beginn war die Präsentation der Songs, da man sich zunächst nicht sicher ist, ob die Stücke gut genug sind und auch Hemmungen bei der gesanglichen Darbietung vorhanden waren. Das hat sich dann aber recht schnell gelöst und mittlerweile bin ich mir sicher, dass ich mit der Musik erfolgreich sein kann.

Tanja: Welches musikalische Vorbild hast Du?

Chris: Das hat sich im Lauf der Jahre immer etwas verändert. Zu Beginn waren das Leute wie Elton John oder Billy Joel, die vom Klavier her kommen. Später haben mich dann so unterschiedliche Musiker wie Joe Satriani, Steve Morse oder Jeff Beck inspiriert. Die wahren musikalischen Vorbilder meiner Songs kommen aber sicherlich aus dem amerikanischen Singer-/Songwriterbereich, wie Simon & Garfunkel, Bob Dylan oder James Taylor.

Tanja:  Was ist Dir bei Deiner Musik besonders wichtig?

Chris: Ein guter Song funktioniert meiner Meinung nach nur dann, wenn gute und einprägsame Melodien mit im Spiel sind. Außerdem sollte er etwas Besonderes haben, sei es ungewöhnliche Voicings oder interessanten Akkorde, die ihn vom Einheitsbrei abheben. Aber auch die Texte sind mir wichtig. Ich versuche mich thematisch nicht zu wiederholen und viele meiner Songs spiegeln persönliche Erfahrungen wieder.

Tanja:  Komponierst Du Deine Titel selbst?

Chris: Ja, ich komponiere und texte alleine. Das hat den Vorteil, dass ich keine Kompromisse beim Kompositionsprozess eingehen muss. Wenn ein Song mit der akustischen Gitarre gut klingt, dann funktioniert er auch im Bandkontext und glücklicherweise kommt es sehr selten vor, dass ich kritisches Feedback erhalte.

Tanja:  Wie kommst Du auf die Ideen?

Chris: Die besten Ideen fallen mir eigentlich immer dann ein, wenn ich selbst gar nicht damit rechne. Diese Ideen halte ich dann direkt fest, sei es unterwegs mit dem Handy, oder zuhause mit einem Hard-Disc-Recorder. Meist lasse ich die Ideen dann ein paar Wochen liegen, damit ich diese dann wieder mit einem frischen Blick bewerten kann. Mein Leben wird voraussichtlich schon heute nicht mehr ausreichen, um alle Ideen auszuarbeiten, die ich bisher dokumentiert habe 😉

Tanja: Bist Du schon einmal an einem Punkt gewesen, an dem Du die Musik an den Nagel hängen wolltest?

Chris: Nachdem ich mit Klavier aufgehört hatte, war bei mir erst einmal zwei Jahre Pause angesagt. Zu dieser Zeit wusste ich noch nicht, dass ich mal bei der Gitarre landen würde, da ich damals eher in Richtung Schlagzeug oder Saxophon tendiert bin. Seitdem ich aber Gitarre spiele und singe gibt es keine Zweifel mehr, dass ich das bis an mein Lebensende machen werde.

Tanja: Du hast nun eine neue EP veröffentlicht. Ich bin neugierig. Erzähl doch was darüber.

Chris: Nachdem ich 2004 mein Debut „First Take Recordings“ eingespielt hatte, welches nur mit Gitarre und Gesang aufgenommen wurde, reifte in mir der Traum, eines Tages das Studio mit renommierten Studiomusikern zu entern, um einige meiner Songs in der Form zu präsentieren, wie sie schon seit jeher in meinem Kopf verankert sind. Ich lernte dann über einen Bekannten den Philipp Poisel-Produzenten Jens-Peter Abele kennen, der dann die EP „A Place to call Home“ mit mir in Angriff nahm. Mir war klar, dass ich ein solches Ergebnis nur erreichen konnte, wenn ich ausschließlich mit Profis arbeite und ich hoffe das hört man den Songs auch an.

Tanja: Ständig hört man die Klagen der Musikbranche. Wie beurteilst Du den derzeitigen Musikmarkt?

Chris: Die ständig wachsende Anzahl an Veröffentlichungen und Downloads, macht den Markt natürlich immer schwieriger. Der Musikmarkt ist ja seit jeher kein Markt, in dem die Besten tatsächlich auch den größten Erfolg haben. Der Fokus der Plattenfirmen liegt heutzutage aber nur noch in der Gewinnmaximierung. Dass ein Künstler mal 2-3 Platten Zeit bekommt sich zu entwickeln, kommt heute kaum mehr vor. Und von den ganzen Castingshow, möchte ich jetzt gar nicht erst anfangen. Was sich da zum Teil an Sängerinnen und Sängern tummelt, ist ein Schlag ins Gesicht eines jeden ernsthaften Musikers. Selbst wenn dann mal ein Guter sich durchsetzt, wird er mit Knebelverträgen ausgestattet, bei denen alle von den Verkäufen profitieren, nur er nicht. Abgesehen von den großen Acts, glaube ich, dass der Trend zum Eigenvertrieb sich immer stärker durchsetzen wird, da das Internet die direkte Kommunikation der Musiker mit den Fans ermöglicht.

Tanja: Wohl wahr. Das macht sicherlich viele Bands so erfolgreich, die mit ihrem Fans im engen Kontakt stehen. Und wie sehen Deine Zukunftspläne aus?

Chris: Musikalisch und Gesanglich möchte ich mich natürlich stetig weiterentwickeln. Das soll aber nicht heißen, dass ich zukünftig anfangen werde, mich aktuellen Trends unterzuordnen. Die Basis meiner Songs sowie die kompositorische Vorgehensweise wird immer so sein wie heute. Natürlich ist es für einen Musiker erstrebenswert, von der Musik leben zu können. Ich bin aber (glücklicherweise) Realist genug, um zu erkennen, dass es sinnvoller ist auf zwei Hochzeiten zu tanzen.

Weitere Infos und Hörproben von mir gibt es auf meiner Website: www.chriseverett.de oder auf meiner MySpace-Seite www.myspace.com/chriseverettsongs

Tanja: Vielen Dank, dass du dir Zeit für das Interview genommen hast. Ich wünsche dir viel Glück bei deinem Vorhaben.

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1 Kommentar

  1. Mir gefällt der lablue Song am besten von Chris Everett

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